Wie man Ratten loswird: Leitfaden zur Wanderratten-Bekämpfung
Die Wanderratte (*Rattus norvegicus*) ist das häufigste große Nagetier in deutschen Städten und Vororten – 300 bis 500 g schwer, 20 bis 25 cm Körperlänge plus Schwanz. Sie nagt Kabel an (häufige Brandursache), beschädigt Wasserleitungen und überträgt Leptospirose sowie Salmonellen.
Wanderratten dringen vom Boden her ein – schon eine 1,3 cm große Lücke genügt. Sie sind nachtaktiv, orientieren sich an Wänden und bevorzugen eiweißreiche Nahrung.
### Phase 1: Alle Eintrittsstellen abdichten (1,3-cm-Standard)
Wanderratten passen durch erstaunlich kleine Lücken:
- Alle Außentüren – Metall-Türschwellenleisten anbringen, Spalt unter 6 mm sicherstellen.
- Rohrdurchführungen – Wasser-, Gas- und Elektroleitungen durch Wände mit Kupferwolle + Silikon abdichten.
- Risse im Fundament – Jeden Riss über 1,3 cm mit Silikon oder Zement schließen.
- Abflüsse – Unterirdische Abflüsse mit Rattengittern sichern.
- Lüftungsschächte – Mit 1/4-Zoll-Quadratloch-Blech abdecken.
- Garagentor – Unten und an den Seiten abdichten.
### Phase 2: Fallen stellen
Nach dem Abdichten die Ratten im Haus fangen:
- Schlagfallen – Rattengröße, an Wänden entlang aufstellen, Köder am wandzugewandten Ende.
- Köder – Erdnussbutter (erste Wahl), Schokolade, Speck.
- Anzahl – 6 bis 15 gleichzeitig im ganzen Haus.
- Vorköder-Trick – Zwei Tage lang ungestellte Fallen mit Köder platzieren, dann am dritten Tag scharfstellen – das erhöht die Fangquote deutlich.
### Phase 3: Nahrung, Wasser und Nistplätze entziehen
Nahrung: Alle Lebensmittel in dichten Behältern. Müll in verschlossenen Eimern. Tierfutter nicht dauerhaft stehen lassen.
Wasser: Lecks reparieren. Dachrinnen frei halten, kein stehendes Wasser. Wanderratten brauchen täglich 15 bis 30 ml Wasser.
Nistplätze: Lagerbereiche entrümpeln. Wanderratten nisten gern in Pappkartons und Dämmwolle.