Tausendfüßer

(Tausendfüßler, Doppelfüßer)

Diplopoda

Haushaltsplage · Schädlings-Enzyklopädie

Erkennung und Aussehen

Tausendfüßer, auch Tausendfüßler genannt, gehören zur Klasse Diplopoda — mit zwei Beinpaaren pro Körpersegment (im starken Gegensatz zu ihren Hundertfüßer-Verwandten, die ein Paar pro Segment haben). Häufige Haushaltsarten umfassen *Orthomorpha gracilis* und *Glomeris marginata*. Erwachsene messen 2-8cm, mit zylindrischen oder leicht abgeflachten Körpern in rotbraun bis tiefbraun, mit 20-70 Körpersegmenten, die je zwei Paar kurzer, schlanker Beine tragen. Die Körperoberfläche ist von gehärteten Platten bedeckt. Tausendfüßer unterscheiden sich von Hundertfüßern in mehrfacher Hinsicht: Tausendfüßer haben zylindrische Körper mit kurzen Beinen (zwei Paare pro Segment) und bewegen sich langsam ohne Aggression; Hundertfüßer haben abgeflachte Körper mit langen Beinen (ein Paar pro Segment), bewegen sich schnell und haben Giftklauen für aktives Beißen. Bei Störung rollen sich Tausendfüßer zu einer engen Spirale (nicht Kugel) zusammen und sondern gleichzeitig eine reizende Abwehrflüssigkeit mit charakteristischem Geruch aus lateralen Drüsen ab. Tausendfüßer entwickeln sich allmählich und häuten sich mehrfach vom Ei zum Erwachsenen über 6-12 Monate. Sie ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial und spielen eine Zersetzerrolle in der Natur. Sie beißen nicht und übertragen keine Krankheiten, aber ihr Abwehrsekret kann Hautreizungen verursachen. Erwachsene können 2-5 Jahre leben — langlebig unter Haushaltsschädlingen. Die Abwehrflüssigkeit enthält Benzochinone und Hydrochinone, die Haut verbrennen oder Verfärbungen verursachen können. Bemerkenswerterweise wandern Tausendfüßer nicht nur nach starkem Regen massenhaft in Innenräume (um Überschwemmung zu vermeiden), sondern auch während extremer Trockenperioden (auf Feuchtigkeitssuche).

Verhalten und Verstecke

Tausendfüßer bevorzugen dunkle, feuchte Umgebungen und ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial, Laubstreu und Holzabfällen. In Innenräumen findet man sie häufig um: Flureingänge und Erdgeschoss-Wandecken (primäre Innenraum-Eintrittswege — nach Regen wandern Tausendfüßer massenhaft von Landschaftsanlagen in Richtung Gebäude und sammeln sich in Flurecken und Wandspalten); Balkone und Außenplattformen mit gestapelten Blumentöpfen, Laubstreu und Unordnung (häufige Tagesverstecke); Badezimmer- und Küchen-Feuchtecken, Waschküchen (langfristig feuchte Innenräume, wo Tausendfüßer vorübergehend Unterschlupf suchen); sowie Erdgeschoss- und Keller-Fußleistenbereiche (Eintritt durch Außenwandrisse). Die Tausendfüßer-Aktivität korreliert stark mit dem Wetter — nach starkem Regen wandern sie massenhaft aufwärts, um Überschwemmung zu vermeiden, und erscheinen in großer Zahl in Fluren und Innenräumen. Tausendfüßer bewegen sich langsam und können glatte vertikale Oberflächen nicht erklimmen, daher bewegen sie sich hauptsächlich auf Bodenniveau. Sie sind empfindlich gegen Trockenheit und suchen bei trockenen Bedingungen feuchte, dunkle Zufluchten. Starker Tausendfüßer-Befall in Innenräumen signalisiert normalerweise ernsthafte Probleme mit Outdoor-Brüten oder Gebäude-Feuchtigkeitsschutz. Tausendfüßer sind nicht sozial, aber Massenwanderungen nach Regen können mehrere Individuen gleichzeitig in Innenräume bringen.

Gesundheitsrisiken und Schäden

  1. Tausendfüßer-Abwehrsekrete enthalten Benzochinon-Verbindungen. Hautkontakt verursacht Rötung, Blasenbildung und starken Juckreiz, ähnlich einer chemischen Verbrennung. Augenkontakt kann Bindehautentzündung verursachen, die möglicherweise ärztliche Behandlung erfordert. Kontaktierte Haut nach Umgang mit Tausendfüßern gründlich mit Seife und Wasser waschen.;
  2. Massenhafter Tausendfüßer-Eintritt (besonders nach Regen) erzeugt beunruhigende Ansammlungen, die an Wänden, Fluren und Böden kriechen und erhebliche psychologische Belastung verursachen. Sekretspuren und Kotflecken an Wänden und Böden beeinträchtigen die Innenraumsauberkeit.;
  3. Tote Tausendfüßer-Körper zersetzen sich und erzeugen Geruch und ziehen andere Insekten an (Ameisen, Fliegen). Große Tausendfüßer-Ansammlungen in Ecken können verrottendes organisches Material erzeugen, das auch Schimmelwachstum fördert.;
  4. Tausendfüßer beschädigen keine Gebäudestrukturen, zerkauen keine Möbel oder Kleidung und beißen keine Menschen oder Haustiere. Ihre Auswirkung beschränkt sich hauptsächlich auf psychologisches Unbehagen und Hautreizungen durch Sekrete. Der Schlüssel zur Tausendfüßer-Bekämpfung ist das Versiegeln von Gebäudefugen, Beseitigung von Outdoor-Laubstreu und Abfällen sowie Verbesserung von Innenraum-Belüftung und Entfeuchtung.

Saison und Region

Weltweit verbreitet. Stark hygrophil. Hauptaktivitätszeit Juni–Okt, mit Häufigkeitsgipfel in regnerischen Sommernächten. Eine Generation pro Jahr; tagsüber versteckt, nachts aktiv. Sekretiert bei Störung ein reizendes Abwehrsekret (Chinone).

RegionAktive PeriodeHauptsaisonHinweise
Nördliche Gemäßigte ZoneJuni–Sep.Juli–Aug.Höchste Dichte nach Sommerregen; gräbt sich nach Oktober in den Boden ein.
TropenGanzjährigRegenzeitGanzjährige Fortpflanzung; Dichte steigt nach der Regenzeit stark an.
Aktivitätszeit: Nachtaktiv; tagsüber in Rasenerdblöcken oder -ritzen versteckt; kommen nach Einbruch der Dunkelheit hervor.
Brutstätten: Außenbereiche (Rasenoberboden, unter Steinen/Erdklumpen, Laubstreu, Holzstapel, Strohhaufen, feuchte Wandecken); Gelegentliches Eindringen in Innenräume (Erdgeschoss, Garage, Keller – feuchte Ecken).