Ohrwürmer
(Ohrenkriecher, Ohrwurm)*Forficula auricularia* / Dermaptera
Erkennung und Aussehen
Ohrwürmer (Ordnung Dermaptera) sind markante Insekten mit unverkennbaren zangenartigen Cerci an der Hinterleibsspitze. Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) ist die häufigste Haushaltsart. Erwachsene messen 10-20mm, langgestreckt, abgeflacht, dunkelbraun bis schwarzbraun, glänzend. Männchen haben gebogene, kräftige Zangen; Weibchen haben geradere, kürzere Zangen. Sie haben kurze ledrige Vorderflügel und große, fächerförmige häutige Hinterflügel, die darunter gefaltet sind, obwohl sie selten fliegen. Ohrwürmer sind hemimetabol. Ein bemerkenswertes Verhalten: Weibchen zeigen Brutpflege — sie bewachen Eier und frisch geschlüpfte Nymphen in unterirdischen Brutkammern. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von verrottenden Pflanzen und lebenden kleinen Insekten. In Gärten jagen sie Blattläuse und sind tatsächlich nützlich.
Verhalten und Verstecke
Ohrwürmer sind Allesfresser und ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial, kleinen Insekten und organischen Abfällen. In Innenräumen verstecken sie sich in Fußleisten- und Wandritzen (ihre flachen Körper quetschen sich in die engsten Spalten), Badezimmer- und Küchen-Feuchtecken (bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit — um Bodenabläufe, unter Spülen), Balkonwandritzen und unter Blumentöpfen (feuchte, dunkle Zufluchtsorte) sowie unter Betten und hinter Schränken. Sie sind streng nachtaktiv, verstecken sich tagsüber in Ritzen und kommen in der Dämmerung hervor. Die Zangen werden zur Verteidigung und zum Beutefang verwendet. Sie sind lichtempfindlich und fliehen schnell in dunkle Bereiche. In der Natur leben sie in Laubstreu, unter Steinen und unter Rinde. Sie suchen im Herbst bei sinkenden Temperaturen Innenraumschutz und kehren im Frühjahr ins Freie zurück.
Gesundheitsrisiken und Schäden
- Die markanten Zangen und das schnelle Kriechen von Ohrwürmern lösen Angst und Ekel aus, obwohl sie im Wesentlichen harmlos sind.;
- Nächtliche Aktivität in Küchen und Badezimmern kann sie in Kontakt mit Lebensmitteloberflächen bringen. Obwohl sie keine ernsthaften menschlichen Krankheitserreger tragen, ist der Kontakt mit Lebensmitteloberflächen ein Hygienebedenken.;
- Die Zangen können defensiv kneifen, tun dies aber selten, und selbst wenn gekniffen, entsteht nur leichter kurzzeitiger Schmerz — es ist kein Gift beteiligt.;
- Sie beschädigen keine Strukturen, Kleidung, Möbel oder gelagerte Lebensmittel. Ihre Auswirkung ist hauptsächlich psychologisch. Innenbereiche trocken halten, Wandrisse versiegeln und Balkon-Unordnung beseitigen sind die wirksamsten Bekämpfungsmaßnahmen.
Saison und Region
Weltweit verbreitet. Bevorzugt feuchte, dunkle Umgebungen. Aktiv vom späten Frühling bis Herbst (Mai–Oktober); Fortpflanzungsgipfel etwa im August. Positive Phototaxis; können nachts in Innenräume fliegen. Charakteristische zangenartige Cerci; heben bei Störung die Cerci als Drohgebärde, greifen aber nicht aktiv Menschen an.
| Region | Aktive Periode | Hauptsaison | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Nördliche Gemäßigte Zone | Mai–Okt. | Juli–Aug. | August ist die Hauptfortpflanzungszeit. |