Stinkwanzen

(Marmorierte Baumwanze, BMSB, Stinkkäfer)

*Halyomorpha halys* / Pentatomidae

Haushaltsplage · Schädlings-Enzyklopädie

Erkennung und Aussehen

Stinkwanzen (Familie Pentatomidae) sind schildförmige Echte Wanzen. Häufige Haushaltsarten umfassen die Marmorierte Baumwanze (*Halyomorpha halys*, 12-17mm) und *Erthesina fullo* (18-24mm). Erwachsene sind abgeflacht oval oder schildförmig, graubraun bis grünbraun, mit dichten Einstichen auf der Rückenfläche. Der Kopf ist klein mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen, die zum Durchdringen von Pflanzengewebe und Saugen von Saft angepasst sind. Das markanteste Merkmal ist ihr Duftdrüsensystem — paarige Drüsenöffnungen auf dem ventralen Thorax setzen bei Störung eine flüchtige, intensiv stechende Abwehrflüssigkeit frei. Der Geruch ist stark, anhaltend und erinnert an verrottenden Koriander oder chemisches Lösungsmittel. Die chemischen Hauptkomponenten sind Aldehyde wie trans-2-Hexenal. Stinkwanzen sind hemimetabol: Ei, Nymphe, Erwachsener. Nymphen ähneln Erwachsenen, haben aber keine Flügel. Unter warmen Bedingungen dauert die Ei-zu-Erwachsenen-Spanne etwa 30-50 Tage, mit 1-2 Generationen pro Jahr. Erwachsene überwintern und wandern im Herbst bei sinkenden Temperaturen massenhaft in Richtung Gebäude und Mauerrisse. Die Marmorierte Baumwanze, ursprünglich aus Ostasien, hat Europa und Nordamerika erobert und ist ein bedeutender invasiver Schädling geworden.

Verhalten und Verstecke

Stinkwanzen ernähren sich von Pflanzensäften; in der Natur befallen sie Obstbäume, Gemüse und Zierpflanzen. In Innenräumen findet man sie am häufigsten auf: Fensterbänken und Balkonrahmen (der klassische Stinkwanzen-Ruheplatz — im Herbst sammeln sich Erwachsene auf der Suche nach Überwinterungsplätzen in großen Zahlen auf Fensterbänken, Balkonen und den sonnenzugewandten Seiten von Gebäudeaußenseiten. Warme Süd- und Westfenster haben die höchsten Konzentrationen); Tür-/Fensterspalten und Klimakanal-Öffnungen (Stinkwanzen gelangen durch diese Spalten in Innenräume oder Mauerhohlräume zur Überwinterung. In älteren Gebäuden können sie sich zu Tausenden in Mauerhohlräumen und Deckenhohlräumen ansammeln und im folgenden Frühjahr wieder erscheinen); Vorhängen und Fenstergittern (Innenraum-Stinkwanzen landen auf Vorhängen; das Schließen von Vorhängen kann sie aufschrecken und zur Geruchsfreisetzung führen); sowie Eingangstür-Wänden und um Flurbeleuchtung (Phototaxis zieht Stinkwanzen nachts um Lichter herum an). Saisonales Muster der Stinkwanzen: Auftauchen aus Überwinterungsplätzen im Frühling zur Nahrungsaufnahme und Vermehrung auf Pflanzen; Nymphen und Erwachsene sind im Sommer auf Wirtspflanzen aktiv; Erwachsene wandern im Herbst (September-November) massenhaft in Richtung Gebäude zur Überwinterung. Während der Überwinterung sind Stinkwanzen inaktiv und nehmen keine Nahrung auf und erscheinen wieder, wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen. Sie sind flugfähig und legen mehrere Kilometer zurück, um Überwinterungsplätze zu finden. Häuser in der Nähe von Ackerland, Obstgärten und Grünflächen haben den größten Herbstdruck. Hochhaus-Einheiten sind weniger betroffen, können aber dennoch Eintritt durch Tür-/Fensterspalten erleben.

Gesundheitsrisiken und Schäden

  1. Die bei Störung freigesetzte Abwehrflüssigkeit der Stinkwanzen ist intensiv stechend und bemerkenswert anhaltend — sie kann stunden- bis tagelang in einem Raum verweilen und Vorhänge, Kleidung und Innenraumluft kontaminieren. Flüssigkeit auf der Haut verursacht vorübergehende Reizung, die durch Waschen mit Seife und Wasser abklingt. Augenkontakt verursacht Stechen und Bindehautrötung; Augen umgehend mit Wasser spülen.;
  2. Der von Stinkwanzen erzeugte Geruch kann bei manchen Menschen physiologisches Unbehagen verursachen — Übelkeit, Schwindel, Halsreizung und Appetitverlust. In geschlossenen Räumen, wo mehrere Stinkwanzen gleichzeitig Flüssigkeit freisetzen, kann die Konzentration Bewohner zwingen, den Raum vorübergehend zu verlassen.;
  3. Während der Überwinterung erzeugen große Stinkwanzen-Ansammlungen in Mauerhohlräumen und Deckenhohlräumen anhaltende Gerüche beim Sterben und Zersetzen und ziehen Teppichkäfer, Ameisen und andere Aasfresser an. Überlebende Erwachsene, die im Frühjahr bei steigenden Temperaturen aus Ritzen schlüpfen, verursachen weitere Innenraum-Störungen.;
  4. Stinkwanzen beißen keine Menschen, übertragen keine Krankheiten und beschädigen keine Gebäudestrukturen oder Möbel. Ihre Auswirkung konzentriert sich auf das psychologische Unbehagen und die physische Reizung durch ihren Geruch. Die Marmorierte Baumwanze ist ein wichtiger landwirtschaftlicher Schädling von Obstbäumen und Gemüse, aber in Innenräumen sind Stinkwanzen hauptsächlich ein Belästigungsproblem.;
  5. Wichtige Bekämpfungsmaßnahmen: physischer Ausschluss — Tür-/Fenster- und Mauerfugen im Herbst versiegeln, dicht schließende Fliegengitter installieren, unnötige nächtliche Beleuchtung minimieren. Stinkwanzen in Innenräumen sollten mit einem Staubsauger entfernt oder in einen Behälter gefegt und ins Freie entlassen werden; Zerquetschen oder Erschlagen vermeiden.

Saison und Region

Weltweit verbreitet in warmen Regionen. Großflächiges Auftreten nach Temperaturanstieg (ab März). Eiablagperiode der Adulten Mitte März bis Anfang Oktober, mit Spitzenablage im April–Mai. Stößt bei Störung korrosives Abwehrsekret aus. Starke positive Phototaxis; dringt nachts leicht durch Tür-/Fensterspalten in Innenräume ein.

RegionAktive PeriodeHauptsaisonHinweise
Nördliche Gemäßigte ZoneApr.–Okt.Mai–JuliErscheint nach der Erwärmung im Frühling.
Nördliche SubtropenMärz–Nov.Apr.–JuniEiablagemaximum April–Mai.
Aktivitätszeit: Tagaktiv; Adulti stark phototaktisch; können nachts zu Innenbeleuchtung fliegen.
Brutstätten: Außenbereiche (Obstbäume, Zierbäume, Sträucher, Wäscheleinen); Innenräume (Balkonwäscheständer, in der Nähe von Fenstern, Wände, Decken).