Wie man Tausendfüßler vom Eindringen ins Haus abhält

Von PestArchive · Aktualisiert 2026-06-19

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Reale Szene: Nach einem starken Sommerregen finden Sie mehrere dunkelbraune, segmentierte, langgestreckte Käfer, die langsam über den Boden Ihres Erdgeschosszimmers kriechen. Sie rollen sich bei Berührung zu einer Spirale zusammen. In den nächsten Tagen finden Sie jeden Tag ein oder zwei in der Ecke. Sie wissen, dass sie von draußen kommen, aber Sie wissen nicht, wo sie hereinkommen oder wie Sie sie aufhalten können.

Kurze Antwort: Tausendfüßler kommen nicht zufällig herein. Sie folgen bestimmten Wegen. Sie kriechen von feuchtem Gras, Laubhaufen und Schutt entlang des Fundaments im Freien und gelangen durch Spalten unter Türen, Risse im Fundament und Abflussöffnungen ins Haus. Die effektivste Prävention ist eine 30 bis 50 cm breite trockene, schuttfreie Freihaltezone um das Haus, kombiniert mit Dichtungsprofilen unter Türen, dem Verfüllen von Fundamentsrissen mit Zement oder Dichtmasse und dem Wechsel zu insektensicheren Bodenabläufen.

Wo Tausendfüßler eindringen

Tausendfüßler können nicht fliegen oder springen. Sie kriechen nur. Die Wege, die sie ins Haus nehmen, sind begrenzt und vorhersehbar:

  • Spalt unter der Tür: Der häufigste Weg. Ein Spalt von mehr als 3 mm zwischen der Unterkante der Tür und dem Boden reicht aus, damit ein Tausendfüßler durchkriechen kann.
  • Risse im Fundament: Risse, wo die Ziegelwand auf den Boden trifft, oder feine Risse in der Außenputzschicht. Tausendfüßler kriechen daran entlang von außen in den Wandhohlraum und dann ins Haus.
  • Abflüsse und Rohre: Balkonabläufe, Badezimmerabläufe, Klimaanlagen-Ablaufrohre. Tausendfüßler können nicht schwimmen, aber in feuchten Rohren entlangkriechen.
  • Fensterspalten: Spalten zwischen Fensterrahmen und Wänden bei Erdgeschoss- oder Kellerfenstern, besonders bei alten Holzrahmen, die sich gelockert oder gerissen haben.

Schicht 1: Außen-Freihaltezone

Tausendfüßler mögen feuchte, kühle, organisch reiche Umgebungen. In der Natur leben sie in Laubstreu und humusreichem Boden. Wenn sich am Fuß Ihrer Außenwände Laub, Holz, Ziegel oder überwuchertes Unkraut ansammelt, laden Sie sie zur Ansiedlung ein.

  • Halten Sie eine 30 bis 50 cm breite schuttfreie Freihaltezone um das Haus. Lagern Sie in diesem Bereich kein Brennholz, keine Kartons, Ziegel, Töpfe oder andere Gegenstände.
  • Halten Sie den Boden in der Freihaltezone trocken und fest. Sie können Kies oder groben Sand aufbringen. Tausendfüßler kriechen nicht gerne auf trockenen, rauen Oberflächen.
  • Entfernen Sie Unkraut und Ranken vom Fuß der Wände. Pflanzen Sie keine dichten Sträucher oder Kletterpflanzen direkt an der Wand.
  • Fegen Sie heruntergefallene Blätter im Garten umgehend zusammen. Haufen Sie sie nicht entlang der Wand oder in Ecken auf.
  • Halten Sie Dachrinnen und Fallrohre frei, damit sich Regenwasser nicht entlang des Fundaments ansammelt.

Schicht 2: Physische Abdichtung

  • Abdichtung unter Türen: Installieren Sie eine Gummi- oder Silikondichtung, um den Spalt unter der Tür unter 3 mm zu halten. Schiebetüren, Haustüren und Balkontüren benötigen alle eine solche Abdichtung.
  • Fundamentsrisse verfüllen: Verwenden Sie Zementmörtel oder Außendichtmasse (Polyurethandichtmasse), um Spalten zwischen Außenwand und Boden sowie zwischen Fensterrahmen und Wänden zu verfüllen.
  • Wechsel zu insektensicheren Abflüssen: Ersetzen Sie Bodenabläufe in Innenräumen und auf Balkonen durch insektensichere Modelle mit Wasserverschluss oder Silikondichtungskern. Tausendfüßler können nicht durch einen Wasserverschluss kriechen.
  • Feinmaschige Gitter an Lüftungsöffnungen anbringen: Decken Sie Außenwandlüftungen, Abluftöffnungen und Klimaanlagenrohröffnungen mit Edelstahl-Insektenschutzgitter mit Öffnungen von maximal 1 mm ab.

Regentage sind Hochrisikozeiten

Tausendfüßler reagieren äußerst empfindlich auf Feuchtigkeit. Nach einem starken Regen kommen große Mengen von ihnen aus dem Boden, um neue Lebensräume zu finden. Wenn Sie ein oder zwei Tage nach starkem Regen Tausendfüßler in Ihrem Haus finden, überprüfen Sie die oben genannten Abdichtungspunkte. Normalerweise finden Sie den Eintrittsweg. Bevor die Regenzeit beginnt (April bis Juni im Süden, Juli bis August im Norden), führen Sie die Abdichtung und Wartung der Freihaltezone im Voraus durch.

Pestizide als Ergänzung

Das Sprühen eines residualen Haushaltsinsektizids auf den Boden und das Fundament in der Außen-Freihaltezone kann eine chemische Barriere schaffen. Tausendfüßler, die darüber kriechen, sterben. Regen verkürzt die Wirkung erheblich, also nach starken Stürmen erneut sprühen. Nicht direkt auf Blumenbeete oder Pflanzflächen sprühen, um Regenwürmer und nützliche Insekten im Boden nicht zu schädigen.

Häufige Fehler

  • Fehler 1: Tausendfüßler im Haus bedeuten, dass das Haus schmutzig ist. Fakt: Tausendfüßler im Haus haben nichts mit der Sauberkeit im Haus zu tun. Sie kriechen aus feuchten Außenumgebungen herein. Ein Haus mit einer Freihaltezone und abgedichteten Eintrittspunkten wird keine Tausendfüßler haben, egal wie unordentlich es innen ist. Ein Haus ohne Abdichtung kann sie haben, egal wie makellos es ist.
  • Fehler 2: Das Sprühen im Innenbereich, wenn Sie Tausendfüßler finden, ist ausreichend. Fakt: Das Sprühen im Innenbereich tötet nur die Individuen, die bereits hereingekrochen sind. Die Quelle ist draußen. Ohne Abdichtung der Eintrittspunkte werden neue immer wieder kommen.